Menschenfleisch

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Mini-Mini, ein Junge aus Thailand, sucht seine Schwester Nok. Sie wurde von ihrem Vater verkauft, um eine Krankenhausrechnung zu bezahlen. Nun arbeitet sie unter neuem Namen Destiny als Billiglöhnerin – oder moderne Sklavin? – in einer Fabrik, die Produkte für den westlichen Markt herstellt. Zusammen mit einem gefesselten Schwarzen und einer 300jährigen afrikanisch surinamischen Sklavin. Überwacht werden sie von Starek, einem boshaften, aber bestechlichen Weißen. Über allem aber thront die Fabrikbesitzerin Economia, die für ihre Profitgier und ihren brutalen Glauben an die Effizienz des Marktes, der auch Menschen verdaut, über Leichen geht. Für „Mensenvlees“ wurde Adam mit dem Niederländisch-Deutschen Kinder- und Jugenddramatikerpreis ausgezeichnet. Die Jury: „In seiner komplexen Vielfalt erschütternd aktuell“ sei das Stück und doch „in all seiner Härte ein humorvoller Text“ und „eine spannende Geschichte“. Die Dialoge sind spitzfindig, die Rollen prägnant und die Sprache eingängig.“

Roel Adam geboren 1953 in Den Haag, lebt in Amsterdam. Von 1972 – 1976 absolvierte er eine Ausbildung an der academie voor ekspressie in Utrecht. Um 1975 gründete er mit anderen die Theatergruppe Lijn Negen, wo er bis 1983 als Schauspieler, Regisseur und Autor aktiv war. Weiterhin war er einer der Mitbegründer und von 1986 – 1989 Mitglied der künstlerischen Leitung des Theaters El Dorado. Seit 1990 ist er künstlerischer Berater des Theaters Huis aan de Amstel in Amsterdam. Er wurde 2001 und 2014 mit dem Niederländisch-Deutschen Kinder- und Jugenddramatikerpreis im Rahmen des Festivals „Kaas & Kappes“ ausgezeichnet.